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Dagestan: Theaterstück über Geiselnahme abgesetzt

Verfasst von Kris Roman am April 7, 2008

Machatschkala. Ein Theaterstück über die Geiselnahme im Moskauer Musical-Theater an der Dubrowka wurde in Dagestan einen Tag nach der Premiere wieder abgesetzt. Offenbar hatte es der Republikführung missfallen.
Das Theaterstück „In deinen Händen“ der in London lebenden Autorin Natalia Pelevine wurde am Samstag im Russischen Drama-Theater von Machatschkala erstmals in Russland aufgeführt. Zur Premiere kamen auch der dagestanische Präsident Muchu Alijew und weitere Vertreter der Republikführung. 

Dass das Stück den hohen Herren nicht gefallen hatte, wurde schon klar, als sie ohne zu Applaudieren am Ende den Saal verließen. Einen Tag später teilte der Theaterdirektor dem Ensemble mit, dass das Stück über die blutig endende Geiselnahme während des Musicals „Nord-Ost“ 2002 in Moskau abgesetzt sei. Offizielle Begründung: Die Hauptdarstellerin Ljubow Danilowa sei erkrankt. 
„Ich habe die Nachricht, dass Ljuba schwer krank sei erfahren, als ich neben ihr saß und mit ihr plauderte“, so Pelevine gegenüber dem „Kommersant“. Die Autorin ist sich sicher, dass die Entscheidung dafür „von ganz oben“ kam. 
In dem Stück geht es darum, dass eine der Terroristinnen in einer der Geiseln die Jugendliebe ihres verstorbenen Bruders erkennt. Am Ende des Stücks versucht sie die Frau zu retten, wobei sie sich selbst opfert. 
Wer in dem turbulenten Stück eine Sympathiekundgebung für Terroristen erkenne, müsse psychisch krank sein, schimpfte Pelevine. 

Der dagestanische Präsident Alijew dementierte entschieden, dass er das Theaterstück verboten habe. Er sei aber mit der Position des Theaterstücks nicht einverstanden, dass „die Terroristen heldenhaft verklärt und die Würde der Musical-Zuschauer herabsetzt“.

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