Mehr als ein Viertel der Ukrainer leben unterhalb der Armutsgrenze und die galoppierende Inflation im Lande könnte die Situation weiter verschlechtern, sagte Francis O’Donnell, UN-Koordinator in der Ukraine, am Mittwoch bei der Eröffnung einer internationalen Konferenz über die Armutsbekämpfung.
„28 Prozent der ukrainischen Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze“, stellte der UN-Beamte fest. Am schlechtesten sei es darum auf dem Lande bestellt, wo 40 Prozent der insgesamt 46 Millionen Einwohner zählenden ukrainischen Bevölkerung leben.
Das Wirtschaftswachstum, das in letzter Zeit in Osteuropa und darunter auch in der Ukraine zu beobachten gewesen sei, sei jetzt durch „die zunehmende Unsicherheit in der Weltwirtschaft“ gefährdet.
„Für die Ukraine ist die Armut eine relativ neue Erscheinung“, betonte er. „Die Ursache dafür liegt in der Umverteilung der Ressourcen bei den historischen Veränderungen im Lande auf dem Weg zur Marktwirtschaft.“
Ein ernsthafter Faktor der steigenden Armut sei die zunehmende Inflation, in erster Linie bei Lebensmitteln und Energieträgern. Die Jahresinflation in der Ukraine lag 2007 bei 16,6 Prozent und machte im 1. Quartal dieses Jahres bereits 9,7 Prozent aus. Damit wird die Jahresinflation laut Expertenprognosen die 20-Prozent-Marke übersteigen.