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Weblog-Archiv für 12. Mai 2008

Russlands neuer Präsident Medwedew im Ost-West-Spannungsfeld

Verfasst von Kris Roman am Mai 12, 2008

 

Dmitri Kossyrew, RIA Novosti

 

Der diplomatische Terminkalender des neuen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, der heute sein Amt angetreten hat, ist für Monate im Voraus bekannt.

Die erste Reise ist für den 23. und 24. Mai nach China geplant, außerdem eine nach Kasachstan, entweder auf dem Weg nach China oder auf dem Rückweg. Im Juni steht in Chanty-Mansijsk der Russland-EU-Gipfel bevor. Im Juli wird auf der japanischen Insel Hokkaido der G8-Gipfel stattfinden, Darauf folgt, offenbar im August, das Gipfeltreffen der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe.

Die Protokoll- und sonstigen Dienste eines Präsidenten sehen bei der Festlegung der Reihenfolge der Reisen von Staatsführern im Grunde niemals eine geopolitische Symbolik vor. Um diese kümmern sich ausschließlich Publizisten, darunter der Schreiber dieser Zeilen. Sie werden sicherlich bemerken, dass Dmitri Medwedews Präsidentenmaschine jedes Mal von Moskau aus ostwärts fliegen wird, selbst wenn es sich um Zusammenkünfte mit den führenden Politikern aus Europa handelt. Ist man aber über die Termine der Gipfeltreffen gut informiert, so wird klar, dass die russische Diplomatie im Spätfrühjahr und Sommer wegen der Veranstaltungen, die jedes Jahr zur gleichen Zeit stattfinden, stets „asiatisch“ ist. Ebenso wie das Jahresende für Moskau „europäisch“ ausfällt.

Jetzt erinnert man sich nur schwer daran, wohin vor acht Jahren Wladimir Putin seine ersten Reisen unternahm. Ebenso wie heute wurde von manchen behauptet, die wichtigste Priorität für Russland seien die Länder, die zur UdSSR gehört hatten. Es scheint, dass damals für Putin tatsächlich Reisen nach Minsk und Kiew geplant waren. Aber in Erinnerung geblieben ist die Serie seiner ersten Besuche in den Ländern, in denen einst der Einfluss der UdSSR groß und dann unbedarft verloren worden war: in Vietnam, der Mongolei und anderen. Das war in Wirklichkeit keine Symbolik, sondern etwas Ernsthafteres. Wladimir Putin, ein Konservativer an der Macht, hat tatsächlich viele unter den Füßen herumliegende Scherben der früheren Beziehungen der UdSSR aufgehoben und hierbei Russland viel weiter vorangebracht, als das der „Reformer“ Boris Jelzin tat.

In jedem Fall ist klar, dass Medwedew in vieler Hinsicht Putins Nachfolger ist. Selbst wenn man nur vom Protokoll spricht, folgt er dem diplomatischen Terminkalender, der bereits unter Putin aufgestellt worden war. Niemand in Moskau erwartet, dass Medwedew in der ersten Zeit seiner Präsidentschaft, vielleicht ein oder zwei Jahre lang, in die Außen- und Innenpolitik ernste Neuerungen einführen wird.

Was der Asien-Kurs seiner Reisen angeht, so wird Medwedew hier mit den Realitäten in Bezug auf Russlands Lage zu tun haben.

Wenn zum Beispiel Kasachstan als erstes Ziel seiner Reise in den Osten (und überhaupt ins Ausland) festlegen wird, wäre das in der Tat eine Aktion mit Symbolkraft. In diesem Fall wird der erste Besuch einem Staat der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gelten. Wobei Kasachstan der mächtigste und wichtigste von Russlands Verbündeten unter den ehemaligen Republiken der UdSSR ist. In den 90er Jahren entstand der Eindruck, dass in der GUS die Ukraine als das wichtigste und höchstentwickelte Land gleich nach Russland eine Schlüsselrolle spielen werde. Aber die Ukraine versank in einem politischen Chaos, dessen Höhepunkt die „orange Revolution“ im Winter 2003/2004 bildete. Nach der Methode dieser Revolution (das heißt durch das Sabotieren des Wahlablaufs) brachten die USA und die EU in Kiew eine antirussisch eingestellte Regierung ans Ruder. Im Ergebnis verlor die Ukraine ihren Einfluss in der GUS-Zone; ihre wirtschaftlichen und alle sonstigen Aussichten sind ernsthaft fraglich. Kasachstan dagegen entwickelte sich unterdessen zu einem eurasischen Wirtschaftswunder. Es hat Russland in Bezug auf den Lebensstandard und viele andere Pro-Kopf-Zahlen überholt. Mit keinem anderen in der GUS hat Moskau gleiche Verbindungen wie mit Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew. Das Gleiche gilt für die zwischenmenschlichen Beziehungen: Zwischen Russen und Kasachen werden sie bald enger sein als die zwischen Russen und Ukrainern oder genauso eng wie sie.

China ist für Russland eine ebensolche Herausforderung und ein ebensolches Problem wie auch für die ganze übrige Welt. In den letzten zehn Jahren stand China abwechselnd an zweiter und dritter Stelle unter Russlands Wirtschaftspartnern (nach Deutschland und bisweilen Italien). In politischer Hinsicht erholt sich jeder russische Spitzenpolitiker in Peking und den anderen asiatischen Hauptstädten von den komplizierten und gereizten Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen. Die russischen Diplomaten und die Chinesen finden bei vielen globalen Fragen sofort eine gemeinsame Sprache, oder sie stören sich nicht gegenseitig bei ihren Vorgehen in Afrika oder Lateinamerika. Die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Russen und Chinesen erweisen sich als ebenso eng wie die zu den Kasachen oder den Ukrainern.

Von Jahr zu Jahr versuchte die in Russland einst starke amerikanisch-europäische Propaganda, in Russland Angst gegenüber China zu schüren, das als eine Gefahr hingestellt wurde. Dieser Propaganda glaubten weder die politischen Kreise noch die einfachsten Bürger. Doch Probleme in den Beziehungen zu China gibt es doch: vor allem deshalb, weil China für Russland dem Stellenwert nach beinahe an erster Position steht. Nicht aber Russland für China. Das kühl-wohlwollende Verhalten der Chinesen zu den Russen ist nicht zu übersehen und zeugt von zukünftigen Problemen.

Der SOZ-Gipfel in Duschanbe ist im Grunde die Fortsetzung der Politik gegenüber Kasachstan und China, zumal gerade diese drei Länder das Kernstück der SOZ ausmachen.

Der G8-Gipfel ist ein unterhaltsamer Teil der russischen Außenpolitik. Während unter Präsident Jelzin schmückende, rituelle Bestätigungen, Russland sei „auch eine Macht“, hoch im Kurs standen, sind die Bewunderungsäußerungen in Bezug auf die G8 unter Putin nicht so auffällig. Sie wird als eine Organisation mit vielen „Fragezeichen“ aufgenommen, und die Fragen betreffen ihren realen Einfluss und den Sinn ihrer Existenz. Eine G8 ohne China und Indien sieht heute wenig überzeugend aus, und Moskau hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, diesen exklusiven Club in eine G10 umzuwandeln.

Demnach: Osten und noch einmal Osten. Und das trotz des Umstands, dass die demoralisierten Überreste der prowestlichen gebildeten Elite Russlands versuchen, Dmitri Medwedew als einen „Westler“ darzustellen. Beharrliche Gerüchte gehen um, dass Medwedew die Reise nach China „nicht wollte“. Das ist nicht wahr. Viel schwieriger wird es Medwedew mit den Europäern in Chanty-Mansijsk haben.

Dass für den Gipfel gerade diese ostsibirische Stadt jenseits des Ural gewählt wurde, ist wohl eine Emanation des Genius der russischen Beamten. Das „Treffen Russland-Europa“ wird diesmal in Asien stattfinden und den eurasischen Charakter Russlands noch einmal unterstreichen. Diese Stadt, die nicht weiß, was sie mit ihrem vielen Geld noch anstellen könnte, ist außerdem ein Symbol dessen, dass sich Russlands Aufstieg nicht auf Moskau und Sankt Petersburg beschränkt. Das ist Erdölgeld, denn Chanty-Mansijsk ist das Verwaltungszentrum der wichtigsten Ölvorkommen Russlands. Folglich haben wir hier eine wunderbare Warnung, dass Europa ohne russisches Öl und Gas nicht auskommen wird.

Das Gipfeltreffen Russland-EU ist trotz der hochtrabenden Bezeichnung im Grunde nur eine Zusammenkunft von zwei Beamten höchster Ebene und nicht etwa ein Treffen aller führenden Politiker der Europäischen Union mit dem russischen Präsidenten. Zu solchen Zusammenkünften reisen gewöhnlich der Regierungschef des Staats, der in der EU gerade den Vorsitz hat, und der EU-Außenkommissar an. Böse Zungen könnten bemerken, besagte Gipfeltreffen seien eine bürokratische Prothese für die ständig hinkenden russisch-europäischen Beziehungen.

Gewiss, der Warenumsatz Russlands allein mit den EU-Ländern lag im vorigen Jahr bei 270 Milliarden Dollar (gegenüber 58 Milliarden 2000). Russland gehört also zu den drei wichtigsten Handelspartnern Europas, und auf die EU entfallen 55 Prozent seines Außenhandels.

Unter allem anderen bedeutet das, dass Hunderttausende Geschäftleute aus der EU und Russland zahlreiche persönliche Beziehungen knüpfen. Dasselbe trifft für die europäischen und russischen Theater, Museen und Musikensembles zu. All das zusammen darf nicht verwundern: Immerhin lebt das Gros der Russen auf dem europäischen Kontinent.

Insgesamt ergibt sich folgendes Bild: Zu niemandem unterhält Russland so enge Beziehungen wie zu den Ländern der Europäischen Union. Und mit niemandem hat es dermaßen schwierige, emotionale Probleme. Offenbar sind diese Dinge miteinander verbunden und unvermeidlich. Denn beide Seiten möchten, dass ihre nächsten Nachbarn und Partner etwas anders wären.

Dmitri Medwedew ist über das Wesen von Europas Ansprüchen an Russland sehr wohl auf dem Laufenden: Den Europäern gefällt der Wähler nicht, der Einstimmigkeit dem Konkurrenzkampf vorzieht; es gefällt die Weigerung Moskaus nicht, den Europäern den Zugang zur russischen Energiewirtschaft zu erweitern; unangenehm sind ihnen die der EU entgegengesetzten Ansichten über die Legitimität der Anerkennung der Kosovo-Unabhängigkeit; und vieles andere.

Das Wesen von Moskaus Ansprüchen an Europa ist wie ein Spiegelbild. Erinnert sei hier an das beharrliche Streben wenn nicht der „Europäer überhaupt“, so doch zahlreicher nichtstaatlicher Organisationen, in den Nachbarstaaten Russlands beliebige, aber unbedingt antirussische Regierungen an die Macht zu bringen; an der russischen Grenze Radarstationen der US-Raketenabwehr aufzustellen; und vieles andere. Beide Listen der Ansprüche sind sehr lang und sehr gut bekannt. Ebenso wie auch ihre Gründe: Der Westen ist immer noch in der Denkträgheit der 90er Jahre befangen, als vielen schien, dass der Weg Moskaus in die westlichen Strukturen und Organisationen führe, was den künftigen gemeinsamen Kampf mit dem immer einflussreicheren Asien voraussetzte. Es erwies sich jedoch, dass Russland nicht die gleichen Interessen und nicht ganz dieselbe politische Philosophie hat wie die Europäer oder die Amerikaner. Im Ergebnis wird Russland ungefähr so wie Indien aufgenommen: eine dem Westen nicht feindliche Kultur, aber keineswegs Bestandteil des Westens. Das ist jene neue Welt für den neuen russischen Präsidenten, mit der er für lange Jahre zu tun haben wird.

Übrigens hat Russland die endgültige politische Wendung unter Wladimir Putin vollbracht, der ebenfalls als ein „Westler“ galt. Es lohnt sich also nicht, darauf zu hoffen, dass Dmitri Medwedew bei all seinen offensichtlichen Sympathien für Europa versuchen wird, Prozesse, an denen Millionen Menschen beteiligt sind, gewaltsam zu ändern.

Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

 

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Moskauer OB Luschkow erhielt Einreiseverbot für Ukraine

Verfasst von Kris Roman am Mai 12, 2008

Der Sicherheitsdienst der Ukraine hat jetzt dem Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow die Einreise in die Ukraine verboten. Das teilte Marina Ostapenko, Leiterin des Pressedienstes des Sicherheitsdienstes, mit.

Dieser Beschluss wurde mit „provokatorischen“ Äußerungen Luschkows begründet, die er am Sonntag bei den Feierlichkeiten anlässlich des 225. Gründungstags der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol gemacht hatte.

In seiner Rede in Sewastopol erklärte Luschkow unter anderem, dass Russland das Problem der Staatszugehörigkeit der Stadt Sewastopol im Interesse „seines Staatsrechts“ regeln werde. Er verwies darauf, dass die Stadt Sewastopol 1948 direkt der zentralen Macht in Moskau unterstellt worden war. Die Stadt „gehörte nicht zu den Gebieten und Territorien, die Chruschtschow 1954 der Ukraine übergeben hat“, betonte Luschkow.

Nach seiner Ankunft am Sonnabend im Flughafen von Simferopol auf der Halbinsel Krim hatte Luschkow eine Mahnung des ukrainischen Sicherheitsdienstes bekommen. Er wurde auf „die Unzulässigkeit rechtswidriger Handlungen“ aufmerksam gemacht, die als ein Verstoß gegen das ukrainische Recht ausgelegt werden könnten.

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Alexander Bortnikow zum Chef von Russlands Geheimdienst FSB ernannt

Verfasst von Kris Roman am Mai 12, 2008

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat Alexander Bortnikow zum neuen Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB ernannt.

Davor hatte Bortnikow das Ressort Wirtschaftssicherheit im FSB geleitet. Der bisherige FSB-Direktor Nikolai Patruschew wurde zum Sekretär des russischen Sicherheitsrates ernannt.

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Waffenhandel: Venezuela und Russland bahnen neuen Milliardendeal an – „Kommersant“

Verfasst von Kris Roman am Mai 12, 2008

Venezuela will im kommenden Monat in Russland Kampftechnik für insgesamt rund zwei Milliarden Dollar kaufen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

Es wird erwartet, dass Venezuelas Präsident Hugo Chavez Ende Mai Moskau einen offiziellen Besuch abstattet, um mit Präsident Dmitri Medwedew entsprechende Abkommen zu schließen.

Der bisherige Präsident Wladimir Putin maß in seinen internationalen Kontakten der militärtechnischen Zusammenarbeit – neben der Energiewirtschaft – besondere Bedeutung bei. In seiner Amtszeit stieg der russische Waffenexport von 3,68 Milliarden Dollar im Jahr 2000 auf rund 7,5 Milliarden Dollar im vorigen Jahr an.

In den letzten drei Jahren gehörte Venezuela zu den größten Abnehmern russischer Waffen. Der südamerikanische Staat hatte bereits Kampftechnik für mehr als vier Milliarden Dollar erworben.

Venezuelas Luftstreitkräfte haben die Tests von zwei Militärtransportflugzeugen Il-76MD-90 zufrieden gestellt. Deshalb soll demnächst ein Vertrag über den Kauf dieser beiden Maschinen und von weiteren acht Il-76MD-90 und zwei Tankflugzeugen Il-78MK perfekt gemacht werden. Diese Flugzeuge sollen die sechs alten US-Militärtransportflugzeuge Lockheed C-130H Hercules und zwei Tankflugzeuge 707-320C ersetzen. Der Vertrag wird auf 600 Millionen Dollar geschätzt. Die Lieferungen sollen im nächsten Jahr abgeschlossen werden.

Caracas beabsichtigt zudem, neue russische Kampfhubschrauber des Typs Mi-28NE „Nachtjäger“ zu erwerben. Laut Plänen von Venezuelas Luftwaffe sollen diese Maschinen die bereits gekauften Hubschrauber Mi-35M ergänzen. Erwartet wird der Kauf von mindestens zehn „Nachjägern“ für insgesamt mehr als 200 Millionen Dollar, wobei die Lieferungen in der zweiten Hälfte 2009 beginnen sollen.

Venezuelas Luftstreitkräfte wollen Mi-28NE-Hubschrauber als Ersatz für die veralteten leichten US-Kampfflugzeuge Rockwell OV-10 Bronco, die bereits Anfang der 70er Jahre gekauft wurden.

In dem Fall handelt es sich um die erste Exportlieferung der Mi-28NE-Hubschrauber. Laut Andrej Schibitow, Generaldirektor der Holding Wertoljoty Rossii (Russlands Hubschrauber), wird „über die Lieferung von Mi-28NE in Exportausführung mit mehr als drei Staaten verhandelt“. Früher hieß es, dass die „Nachtjäger“ an zwei Länder in Lateinamerika sowie nach Saudi-Arabien exportiert werden könnten. Der Hubschrauber Mi-28N wurde erst im vorigen September in die Bewaffnung der russischen Luftstreitkräfte aufgenommen. In diesem Jahr sollen die ersten vier Maschinen in die Luftwaffe eingegliedert werden.

Außerdem haben Moskau und Caracas die Bedingungen eines Vertrags über den Kauf von vier U-Booten des Projekts 636 ausgehandelt. Die U-Boote sollen mindestens 1,2 Milliarden Dollar kosten. Somit kann das neue Waffenlieferpaket für Venezuela mit zwei Milliarden Dollar zu Buche schlagen.

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Putin verspricht Unterstützung für russische Museen und Theater

Verfasst von Kris Roman am Mai 12, 2008

Die russische Regierung wird einheimische Museen, Theater und Bibliotheken nach Kräften fördern.

Das sagte Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin am Montag bei der Eröffnung der Ausstellung „Kunstsammlung von Mstislaw Rostropowitsch und Galina Wischnewskaja“ im Konstantin-Palast in Strelna bei St. Petersburg. „Wir sind uns darüber im klaren, welche moralische Ladung die Kultur hat, wie wichtig sie für die harmonische Entwicklung und Einheit der russischen Gesellschaft, für die Festigung unserer Staatlichkeit ist“, sagte der Ex-Präsident. Die Regierung werde alles in ihren Kräften Stehende tun, um das Kulturerbe des Landes zu wahren und zu mehren, versicherte Putin.

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Putin bedankt sich für Rückführung der Sammlung von Rostropowitsch und Wischnewskaja nach Russland

Verfasst von Kris Roman am Mai 12, 2008

Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hat sich bei allen bedankt, die die vom Cellisten Mstislaw Rostropowitsch und der Operndiva Galina Wischnewskaja angelegte Kunstsammlung nach Russland zurückgeführt hatten.

„Heute feiern wird ein markantes Ereignis im Kulturleben von St. Petersburg und ganz Russland“, sagte der Ex-Präsident am Montag bei der Eröffnung der Ausstellung „Kunstsammlung von Mstislaw Rostropowitsch und Galina Wischnewskaja“ im Konstantin-Palast in Strelna bei St. Petersburg. „Dieser Sammlung liegen Werke der russischen Kunst aus dem 18.-20. Jahrhundert zugrunde, die dank Bemühungen von hwei herausragenden Vertretern der russischen Kultur – Mstislaw Rostropowitsch und Galina Wischnewskaja – für uns erhalten werden konnten. Diese reiche Kollektion wurde im Laufe von 30 Jahren gesammelt“, sagte Putin.

„Eine solche Sammlung konnten nur Menschen anlegen, die selbst talentiert sind, die gut verstehen, was die nationale Kultur bedeutet… Der Dank geht auch an all jehe, die in den besten Traditionen des russischen Mäzenatentums zur Rückführung der Sammlung nach Russland beigetragen haben, vor allem an Herrn (Alischer) Usmanow“, sagte Putin.

Die Sammlung zählt knapp 900 Kunstwerke. Nach Rostropowitschs Tod beschloss seine Ehefrau Wischnewskaja im September 2007, die Sammlung im Auktionshaus Sotheby’s versteigern zu lassen. Einen Tag vor dem Handel wurde bekannt gegeben, dass die Sammlung komplett vom großen russischen Geschäftsmann Alischer Usmanow – Generaldirektor der Gazprominvestholding – gekauft und dem russischen Staat geschenkt wurde. Dabei äußerte Usmanow den Wunsch, dass die Sammlung im Konstantin-Palast ausgestellt wird.

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Ukraine verbannt US-Energiefirma Vanco von Schwarzmeer-Schelf

Verfasst von Kris Roman am Mai 12, 2008

Die ukrainische Regierung hat der amerikanischen Energiefirma Vanco International die vor einem halben Jahr gewährte Sondergenehmigung für die Öl- und Gasförderung auf dem ukrainischen Festlandssockel des Schwarzen Meeres entzogen.

„Die Sondergenehmigung für Vanco International ist annulliert worden“, meldete das Presseamt der Regierung unter Berufung auf Premierministerin Julia Timoschenko, die den Deal mit Vanco als unannehmbar und „räuberisch für die Ukraine“ bezeichnet hatte.

Vanco International hatte am 19. Oktober 2007 mit der ukrainischen Regierung unter Viktor Janukowitsch einen Vertrag über die Ausbeutung der Vorkommen auf dem ukrainischen Festlandssockel im Schwarzen Meer geschlossen. Laut dem Vertrag, der auf 30 Jahre angelegt war, beteiligte sich das amerikanische Unternehmen in der ersten Abbauetappe mit 65 Prozent am Projekt. Die restlichen 35 Prozent waren im Besitz der ukrainischen Regierung. Sobald die Förderarbeiten den vorgesehenen Vollumfang erreichen sollten, sollten sich die Ukraine und Vanco International zu jeweils 50 Prozent am Projekt beteiligen.

Dem Vertrag zufolge sollte Vanco International 200 Millionen Tonnen Öl und Gas erkunden und gewinnen. Das Projekt wurde von Staatspräsident Viktor Juschtschenko persönlich unterstützt.

Vanco International ist eine 100-prozentigte Tochter des US-Unternehmens Vanco Energy Company, das Öl und Gasförderung in Gabun, Ghana, Äquatorial-Guinea sowie in Côte d’Ivoire betreibt.

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Viel Skepsis über Chinesen als Großpächter in Russland – „Nesawissimaja Gaseta“

Verfasst von Kris Roman am Mai 12, 2008

RIA Novosti

Peking will Ackerböden in anderen Staaten pachten. Dabei sollen die Chinesen vor allem Lateinamerika und Afrika ins Visier genommen haben, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

Als potentieller Verpächter von Ackerland wird in China auch Russland betrachtet. In der Vergangenheit tauchten bisweilen Meldungen auf, dass China russische Wälder pachten wolle.

Experten erwarten unvermeidliche negative Folgen, falls die Chinesen diese Idee in Russland umsetzen.

Wie Agwan Mikaeljan, Chef von FinExpertisa, sagt, wäre die Verpachtung von Ackerland für Länder in Lateinamerika, die von China weit entfernt liegen, aber kein Geld für die Erschließung fruchtbarer Flächen haben, kein schlechtes Geschäft. „Für Russland aber kann ein solches Experiment äußerst gefährlich sein“, so Mikaeljan. „China ist unser Nachbar, aber Sibirien und der russische Ferne Osten sind überaus dünn besiedelt. Deshalb kann die Übergabe eines Teils dieser Territorien an die Chinesen eine Menge Probleme in sich bergen, besonders auf lange Sicht. Man denke an die Geschichte mit dem Kosovo: eine absolut ähnliche Situation. Dorthin wurden Albaner reingelassen, und im Ergebnis hat das faktisch zur Abtrennung dieses Teils von Serbien geführt. Ich glaube, Russland ist nicht so sehr auf Geld angewiesen, um die Chinesen ins Land zu lassen.“ Die mögliche Pacht von russischen Wäldern nannte der Experte ein überaus ungünstiges Geschäft, das nicht die Spur eines Vorteils verspreche. Zudem könne das Land die Holzbearbeitung in dem Umfang, der einen normalen Geldzustrom sichert, auch alleine schaffen. „Russland braucht derzeit Geld nicht so sehr, und der Boden ist unsere Hauptressource. Deshalb ist es absolut sinnlos in der heutigen Situation, diese Ressource aufs Spiel zu setzen“, sagt Mikaeljan zusammenfassend.

„Die Frage des Verkaufs oder der Pacht von Boden fügt sich in den Rahmen der Marktwirtschaft, doch auch geopolitische Interessen kommen in Betracht“, so Igor Nikolajew von der Consulting-Firma FBK. Außerdem sei die Meinung der Bevölkerung des Landes zu berücksichtigen, das sein Territorium verpachtet oder verkauft, betont der Experte. „Wenn es sich um die Verpachtung von Boden in Russland handeln wird, kann ich ohne alle soziologischen Umfragen sagen, dass ein Großteil der Bevölkerung gegen eine solche Präsenz sein wird“, sagte der Experte mit Nachdruck.

Nikolajew zufolge ist die Tatsache erstaunlich, dass chinesische Vertreter offen ihr Sonderprogramm für den Kauf von Territorien bekannt gegeben haben, da dieses Land doch selber Lebensmittel exportiere. „Das zeugt davon, dass Peking angesichts der steigenden Lebensmittelpreise auf ein sehr einträgliches Geschäft aus ist“, sagt der Experte.

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