Ukraine verbannt US-Energiefirma Vanco von Schwarzmeer-Schelf
Verfasst von Kris Roman am Mai 12, 2008
Die ukrainische Regierung hat der amerikanischen Energiefirma Vanco International die vor einem halben Jahr gewährte Sondergenehmigung für die Öl- und Gasförderung auf dem ukrainischen Festlandssockel des Schwarzen Meeres entzogen.
“Die Sondergenehmigung für Vanco International ist annulliert worden”, meldete das Presseamt der Regierung unter Berufung auf Premierministerin Julia Timoschenko, die den Deal mit Vanco als unannehmbar und “räuberisch für die Ukraine” bezeichnet hatte.
Vanco International hatte am 19. Oktober 2007 mit der ukrainischen Regierung unter Viktor Janukowitsch einen Vertrag über die Ausbeutung der Vorkommen auf dem ukrainischen Festlandssockel im Schwarzen Meer geschlossen. Laut dem Vertrag, der auf 30 Jahre angelegt war, beteiligte sich das amerikanische Unternehmen in der ersten Abbauetappe mit 65 Prozent am Projekt. Die restlichen 35 Prozent waren im Besitz der ukrainischen Regierung. Sobald die Förderarbeiten den vorgesehenen Vollumfang erreichen sollten, sollten sich die Ukraine und Vanco International zu jeweils 50 Prozent am Projekt beteiligen.
Dem Vertrag zufolge sollte Vanco International 200 Millionen Tonnen Öl und Gas erkunden und gewinnen. Das Projekt wurde von Staatspräsident Viktor Juschtschenko persönlich unterstützt.
Vanco International ist eine 100-prozentigte Tochter des US-Unternehmens Vanco Energy Company, das Öl und Gasförderung in Gabun, Ghana, Äquatorial-Guinea sowie in Côte d’Ivoire betreibt.