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Weblog-Archiv für 16. Mai 2008

Präsident Medwedew will russische Raketentruppen an aktuelle Gefahren anpassen

Verfasst von Kris Roman am Mai 16, 2008

Russland muss laut Präsident Dmitri Medwedew seine Strategischen Raketentruppen weiter entwickeln und an die aktuellen Bedrohungen anpassen.

In den nächsten Jahren müssten die Strategischen Raketentruppen alle notwendige Finanzierung erhalten, um den gegenwärtigen Herausforderungen gerecht zu werden, sagte Medwedew am Donnerstag während eines Besuches im Topol-M-Raketenstandort Tejkowo im Gebiet Iwanowo (ca. 300 Kilometer nordwestlich von Moskau). Nach seinen Worten werden die strategischen Raketenverbände der ständigen Bereitschaft demnächst zusätzliche Finanzierung in Höhe von 25 Milliarden Rubel (ca. 700 Millionen Euro) bekommen.

In den 1990er Jahren seien die Raketentruppen unterfinanziert worden. „In den letzten Jahren zeichnete sich ein Fortschritt ab. Unsere Aufgabe ist es, das Tempo beizubehalten“, sagte der Präsident.

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Sewastopol will Referendum über Rückführung der Stadt in Staatsverband Russlands initiieren

Verfasst von Kris Roman am Mai 16, 2008

Aktivisten prorussischer Organisationen der Hafenstadt Sewastopol auf der Krim wollen Unterschriften für ein Referendum über die Rückführung der Stadt in den Staatsverband Russlands initiieren.

Das teilte ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Sewastopol am Freitag RIA Novosti telefonisch mit. „Die Aktion beginnt am Samstag, 8.00 Uhr. Die Organisatoren – ‘Russischer Block’, die russische Gemeinschaft der Krim und einige andere prorussische Bewegungen – gehen davon aus, dass die Stadt von der Ukraine besetzt ist“, hieß es.

Bei den Feierlichkeiten anlässlich des 225. Gründungstages der russischen Schwarzmeerflotte hatte Moskaus Oberbürgermeister Juri Luschkow am 11. Mai in Sewastopol gesagt, das Problem der staatlichen Zugehörigkeit dieser Stadt sei noch offen, und Russland werde dieses Problem zu seinen Gunsten lösen. Am 12. Mai erklärte der Sicherheitsdienst der Ukraine Luschkow wegen seiner Äußerungen zur Persona non grata und verbot ihm die Einreise in die Republik.

1948 war Sewastopol als ein Militärstützpunkt aus dem Verband der Halbinsel Krim herausgegliedert und unmittelbar der zentralen Regierung der Russischen Föderation unterstellt worden. 1954, als der damalige Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschjow die Krim-Halbinsel der Ukraine geschenkt hatte, gehörte Sewastopol nicht zu den zu übergebenden Territorien. Auch die Übergabe der Krim selbst erfolge mit Verletzung der damaligen Verfassung der Sowjetunion, die für solche Fälle ein Referendum vorsieht, das aber nie durchgeführt wurde.

Der Verwaltungschef von Sewastopol, Sergej Kunizyn, hält die geplante Aktion nach Angaben des Gesprächspartners für gesetzwidrig und ihre künftigen Ergebnisse für juristisch nichtig. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung teilte ferner mit, dass die Aktion in der Zukunft auf die gesamte Halbinsel erweitert werden soll, und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass Moskau die Meinung der Krim-Bewohner beachten wird.

Der stellvertretende Vorsitzende der russischen Staatsduma, Alexander Babakow, kritisierte die Position des Oberbürgermeisters Luschkow. „Seine Äußerungen zu Krim und Sewastopol könnten von Kräften missbraucht werden, die bestrebt sind, die Beziehungen zwischen beiden Länder zu belasten“, sagte Babakow. „Derartige Erklärungen können die Bevölkerung der Ukraine negativ stimmen, was sich seinerseits auf die Ergebnisse des möglichen Referendums über den Beitritt der Ukraine zur NATO auswirken kann“, sagte der Abgeordnete. Zurzeit ist die Mehrheit der Bürger der Ukraine gegen eine NATO-Mitgliedschaft ihres Landes.

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Moskau arbeitet an Wiedervereinigung von Moldawien und Transnistrien – „Kommersant“

Verfasst von Kris Roman am Mai 16, 2008

Moskau will demnächst im Konflikt um das abtrünnige Transnistrien in Moldawien einen Schlussstrich ziehen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

Gelingt der Plan, das gespaltene Land wiederzuvereinigen, so wird Moskau der Welt beweisen, dass der Nicht-Beitritt zur Nato ein direkter Weg zur Wiederherstellung der territorialen Integrität sei.

Im März hatten das russische Außenministerium und die Staatsduma (Parlamentsunterhaus) erklärt, der Konflikt um die abtrünnige Dnjestr-Republik könne nun endgültig beendet werden. Woraufhin die russischen Behörden daran gingen, eifrig an der Annäherung der Positionen von Chisinau und Tiraspol zu arbeiten. In Moskau wird das ernsthaft als ein wichtiges außenpolitisches Projekt betrachtet, mit dessen Hilfe man der Welt seine Handlungsfähigkeit als Friedensstifter beweisen könne. Besonders angesichts der umstrittenen Lösung des Kosovo-Streits. „Wir sehen unsere historische Mission in der Vereinigung Moldawiens“, sagte der „Kommersant“ Nikolai Fomin, stellvertretender Leiter des GUS-Ressorts im russischen Außenministerium.

Es wurde beschlossen, die historische Mission nicht auf die lange Bank zu schieben. Quellen in der Kreml-Aministration prophezeien einen baldigen „Durchbruch“ im Konflikt um die Dnjestr-Republik. Vor allem das regierende Tandem Medwedew-Putin soll dabei eine wichtige Rolle spielen.

Fomin teilte der Zeitung mit: „Moskau bereitet ein Treffen von Vladimir Voronin (Moldawiens Präsident) und Igor Smirnow (Transnistriens Präsident) in Russland vor. Im Beisein des Präsidenten und des russischen Ministerpräsidenten werden sie einen Händedruck austauschen und ihre bevollmächtigten Vertreter ernennen, die ihrerseits eine politischen Regelung ausarbeiten und sich über den Status Transnistriens einigen werden.“

Am Mittwoch trafen sich in Brüssel die Parlamentsvorsitzenden von Moldawien und Transnistrien, Marian Lupu und Jewgeni Schewtschuk. Sie sprachen sich für eine baldigste Wiederaufnahme der Verhandlungen über den Transnistrien-Streit im Format 5 + 2 aus (Moldawien, Transnistrien, OSZE, Russland, Ukraine und als Beobachter die USA und EU). Es wird angenommen, dass gerade der Verhandlungsprozess die Lösung des Transnistrien-Problems gefunden werden könne.

Russland hilft Voronin keineswegs uneigennützig, die rebellische Region nach Moldawien zurückzuführen. Von Chisinau wird die internationale Festlegung der ständigen Neutralität Moldawiens erwartet, damit es garantiert nicht der Nato beitritt. Der neutrale Status ist in der moldawischen Verfassung festgeschrieben, aber Moskau findet das ungenügend und verlangt zusätzliche Garantien, besonders seit die Ukraine und Georgien in den Nordatlantikpakt streben. Von Voronin wird ferner erwartet, dass er sich von der GUAM distanziert. Im März erfreute er den Kreml bereits mit der Erklärung über den möglichen Austritt aus dieser Organisation, die Russland nicht freundschaftlich gesinnt sei.

Nach einer Serie von Gesprächen im russischen Außenministerium und im Präsidentenamt hat Igor Smirnow seine Kampfhetorik gegenüber Chisinau beinahe aufgegeben und redet nicht mehr von der Notwendigkeit, seine Republik nach dem Kosovo-Vorbild anzuerkennen.

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Russlands Verteidigungsministerium verzeichnet 730 geheime Atomtests im Ausland

Verfasst von Kris Roman am Mai 16, 2008

 

Die Behörde für Sonderkontrolle des russischen Verteidigungsministeriums hat in den seit ihrer Gründung vergangenen 50 Jahren 730 Atomtests registriert, die die USA, China, Frankreich, Indien und Pakistan durchführten. Über viele dieser Tests haben die Medien nichts berichtet.

Das sagte der Chef der 12. Hauptverwaltung des Ressorts, Generaloberst Wladimir Werchowzew.

„Da Russland Teilnehmer des Kernwaffenteststopp-Vertrags (CTBT) ist, hat es die Möglichkeit, Zugang zu Informationen zu erhalten, die von rund 320 Stationen des internationalen Beobachtungssystems registriert werden … Das ermöglicht der Behörde, nukleare Explosionen von einer Kapazität von mindestens einer Kilotonne weltweit zu registrieren“, äußerte Werchowzew in einem Interview, das die russische Zeitung „Krasnaja Swesda“ (Roter Stern) am Dienstag zum 50. Jahrestag der Gründung der Behörde veröffentlichte.

Die Labors der Behörde seien, so Werchowzew, vorwiegend an abgelegenen Orten in Russland gelegen, wie im hohen Norden oder in Fernost, um die „Signale der Atomexplosionen so genau wie möglich zu registrieren“.

Die Behörde für Sonderkontrolle wurde am 13. Mai 1958 gegründet.

 

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Georgiens Reintegrationsminister hält bewaffnete Konfrontation mit Moskau für möglich

Verfasst von Kris Roman am Mai 16, 2008

RIA Novosti

Eine bewaffnete Konfrontation zwischen Georgien und Russland bleibt laut Georgiens Reintegrationsminister Temuri Jakobaschwili weiterhin möglich.

„Leider ist die Gefahr einer solchen Konfrontation noch nicht gebannt. Mehr noch. In der gegenwärtigen Etappe ist ihre Wahrscheinlichkeit höher geworden“, sagte Jakobaschwili am Freitag auf einer Pressekonferenz in Moskau. „Zurzeit halten sich auf dem Territorium Georgiens (in der nicht anerkannten Republik Abchasien) illegale bewaffnete Formationen Russlands auf, die als Kontingent von Friedenskräften getarnt sind… Wir betrachten das Kontingent nicht als Friedensmacht… Ich kann ein Dokument vorlegen, aus dem hervorgeht, was eine Friedensoperation ist und welche Truppen daran teilnehmen dürfen. Luftlandeeinheiten sind dabei nicht aufgelistet, auch Haubitzen nicht, deren Geschosse eine Reichweite von bis zu 15 Kilometern haben. Das sind keine Friedens-, sondern Angriffstruppen“, sagte Jakobaschwili.

Am 6. März dieses Jahres hatte Russland die von den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) 1996 verhängten Sanktionen gegen Abchasien einseitig aufgehoben. Zudem rief Moskau die anderen GUS-Mitgliedsländer auf, seinem Beispiel zu folgen. Am 16. April beauftragte Präsident Wladimir Putin die Regierung in Moskau, konkrete Hilfe für die Bevölkerung von Abchasien und Südossetien zu erweisen und direkte Kontakte zu deren faktischen Machtorganen aufzunehmen.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion hatte sich Abchasien für unabhängig von Georgien erklärt. Im August 1992 verlegte Tiflis seine Truppen nach Abchasien, die aber auf einen erbitterten bewaffneten Widerstand stießen. Der blutige Konflikt endete am 30. August 1993 mit dem faktischen Verlust Abchasiens durch Georgien. Seitdem arbeitet Suchumi beharrlich auf die Anerkennung seiner Unabhängigkeit hin, die bislang von keinem einzigen Staat akzeptiert wurde.

Tiflis betrachtet Suchumi weiterhin als Teil des Landes und bietet Abchasien umfassende Autonomierechte im Staatsverband Georgiens an. Der Frieden in der georgisch-abchasischen Konfliktzone wird von der GUS-Friedensmacht erhalten, zu der hauptsächlich russische Militärs gehören. Die Verhandlungen über die Beilegung des Konfliktes wurden 2006 abgebrochen.

Vor dem Zerfall der Sowjetunion hatte Südossetien den Status eines autonomen Gebietes im Staatsverband Georgiens. 1991 schaffte der erste georgische Präsident, Swiad Gamsachurdia, die Autonomie ab. Die südossetischen Behörden leisteten erbitterten bewaffneten Widerstand. Der Konflikt ging 1992 zu Ende, ebenfalls mit dem Verlust der Region für Tiflis.

Südossetien will seine Anerkennung durch andere Länder durchsetzen, während Georgien es weiterhin als sein Gebiet betrachtet. Der Frieden in der georgisch-ossetischen Konfliktzone wird von einem gemischten Friedenskontingent erhalten, zu dem ein russisches, ein georgisches und ein nordossetisches Bataillon gehören, jeweils 500 Mann. Das Hauptorgan für die Beilegung des Konfliktes ist die so genannte Gemischte Kontrollkommission mit den Kovorsitzenden von Russland, Georgien, Nord- und Südossetien. In letzter Zeit bekundet Tiflis den Wunsch, aus diesem Format auszusteigen. Die anderen Teilnehmer der Verhandlungen sind dagegen.

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US-GEHEIMDIENST MACHT RUSSLAND ZUM GROSSEN SÜNDENBOC

Verfasst von Kris Roman am Mai 16, 2008

Andrej Fedjaschin für RIA Novosti.

Gas, Öl, Pipelines und Investitionen in Europa und Asien gehören laut den US-Geheimdiensten zu Russlands größten Sünden.

 

Sie können, wie in den USA behauptet, alle zusammen und jede einzeln „ohne Vergebung“ und angesichts unkontrollierter Praktiken der nationalen Sicherheit des Landes Schaden zufügen. Alle „Sünden“ zählte der US-Geheimdienstdirektor Michael McConnell in seinem jüngsten Jahresbericht auf. Der Bericht wurde vor kurzem dem Kongress vorgelegt. Die militärische Komponente der möglichen Gefahr seitens Russlands ist natürlich nicht verschwunden, wird jedoch selbst nicht ohne verlegen zu sein wegen der ständigen eigenen militärischen Muskelspiele im Vergleich zu den geschrumpften russischen erwähnt: „Die russische militärische Maschinerie beginnt die langzeitige Verschlechterung ihrer Fähigkeiten, die bereits vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion begann, zu überwinden.“ Doch die „wachsende wirtschaftliche Macht“ Moskaus empfiehlt der US-Geheimdienstkoordinator als Grund zur „Besorgnis“ aufzufassen.

Überhaupt sei gleich vorausgeschickt, dass die Worte „Gefahr für“ die USA im Zusammenhang mit Russland im Bericht kein einziges Mal vorkommen. Bei näherer Betrachtung wirkt McConnells Bericht weder schockierend noch sensationell, auch enthält er nichts Neues. Auf jeden Fall in Bezug auf Moskau. Im Bericht vom vorigen Jahr wurde Russland deutlich schärfer abgewatscht.

Im Kreml hatte man also völlig Recht, als dort auf die Bitte der russischen Presse der Bericht kommentiert wurde und sein Inhalt „nicht dramatisiert werden sollte“, obwohl er auch „Fragen auslöst“. Schließlich legen die US-Amerikaner nicht erst seit einem Jahr Russland zur Last, „allmählich eine Kontrollposition über das Energieliefernetz von Europa bis Ostasien erlangen zu wollen“ und „aggressive Versuche unternommen zu haben, die Energiekorridore Ost – West zu kontrollieren“. Kaum als ein Ausfall sind auch McConnells Worte zu beurteilen, er habe „Befürchtungen“, dass „Russland, China und die OPEC … finanzielle Hebel zur Erreichung politischer Ziele einsetzen“, ebenso wie seine Aufforderung, sich ernste Gedanken über eine Frage wie die „Zunahme der russischen Investitionen im Ausland“ zu machen. Hauptsächlich natürlich in Europa und China sowie die Investitionen in die Energiebranchen. Letztendlich gibt es daran absolut nichts Neues und ganz sicher nichts davon, was auch die USA selbst nicht schon längst betrieben hätten.

In keinem anderen Land der Welt haben übrigens die wichtigsten Ministerien – von dem Außenministerium und dem Pentagon bis zum Landwirtschaftsministerium – so viele Abteilungen und Unterabteilungen, die US-Waren, Dienstleitungen, Kredite, Finanzinstrumente, die Kultur und Lebensweise, Coca-Cola, Pkw und Waschmaschinen im Ausland fördern oder auf neue Märkte bringen sollen. In keinem einzigen Land, ob winzig klein oder mächtig, werden die US-amerikanischen Botschafter und Diplomaten auch nur ein bisschen Verlegenheit zeigen, wenn es gilt, „die Muskeln spielen zu lassen“ oder einem Konkurrenten der USA in Handel und Wirtschaft ein Bein zu stellen. Das ist im diplomatischen Dienst nachgerade ein Leitsatz. Der Umstand, dass Russland im Bericht auf einer Stufe mit Iran, Irak, Pjöngjang, Peking und selbst dem Weltübel Nummer eins wie der Al Qaida genannt wird, bedeutet keineswegs, dass zwischen ihnen ein Gleichheitszeichen zu setzen ist. „Überspitzungen“ und „Übertreibungen“ sind in solcherlei Opus eher eine Gesetzmäßigkeit als ein Zufall. Immerhin handelt es sich um die Aufklärung, und ein weiser Engländer sagte einmal: „Dort, wo ein Geheimnis beginnt, ist der Betrug nicht weit.“ Übrigens hat jeder Beruf, wie es so heißt, „seine Versuchungen“.

Wenn etwas die diesjährigen „Einschätzungen“ von ähnlichen unterscheidet, dann die Tatsache, dass sie im Jahr der doppelten Präsidentschaftswahlen – in den USA und in Russland – vorbereitet wurden. Dadurch wurde Vizeadmiral i.R. Michael McConnell eine wirklich schwere Last aufgebürdet. Sein Amt ist das direkte Produkt der schockierenden Ereignisse vom September 2001 und hat die Aufgabe, die Tätigkeit von anderthalb Dutzend US-Aufklärungsorganen zu koordinieren: von CIA, FBI, der Nationalen Sicherheitsbehörde, denen der Luft-, der Seestreitkräfte und des Heeres bis zur Aufklärung des Küstenwachdienstes, des Energieministeriums usw. Er musste eine Mammutarbeit leisten, um die Einschätzungen und Meinungen der Behörden auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, die nicht nur schwer miteinander zu vereinbaren sind, sondern sich einfach nicht riechen können. McConnells Vorgänger John Negroponte, der als Erster diese Posten im Gründungsjahr 2005 übernommen hatte, konnte keine besonderen Erfolge aufweisen. Nach nicht einmal zwei Jahren wurde er von Präsident George W. Bush ins Außenministerium zurückversetzt.

Der Großteil von McConnells Arbeit ist verständlicherweise politisch, sie hat mit den wirklichen Geheimnissen nichts zu tun. Man muss schon sehr naiv sein, um zu glauben, bei den Anhörungen über den Bericht könnten irgendwelche Geheimnisse ans Tageslicht kommen. Berücksichtigt man aber, dass die US-Amerikaner bei ihrer Propaganda nie sehr viel Geschick zeigten, so sind solche Anhörungen der Chefs der Spionagebehörden vielleicht die kürzeste Entfernung, die sie von einem solchen Geschick trennt.

Besagte Berichte sind nichts anderes als ein weiteres außenpolitisches Instrument, nur in den „Schleier eines beinahe enthüllten Geheimnisses“ gepackt. In Wirklichkeit sind all die dargelegten Thesen, „Besorgnisse“ und „Unruhen“ meist nicht etwa Offenbarungen der Aufklärung, sondern eher eine direkte Erinnerung daran, was die USA sehen möchten und was sie nicht akzeptieren wollen noch werden – als eine Art Orientierungspunkt ist das recht nützlich.US-GEHEIMDIENST MACHT RUSSLAND ZUM GROSSEN SÜNDENBOC

 

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