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Für ein großes Europa, von Gibraltar bis Wladiwostok!

Weblog-Archiv für 18. Mai 2008

Eurasien als Nation

Verfasst von Kris Roman am Mai 18, 2008

www.die-kommenden.net


„Oh meine Brüder, nicht zurück soll euer Adel schauen, sondern hinaus! 

Vertriebene sollt ihr sein aus allen Vater- und Urväterländern!

Eurer Kinder Land sollt ihr lieben: diese Liebe sei euer neuer Adel.“

Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra

 

Gegen die Idee Eurasiens als politischer Einheit wird von „nationaler“ Seite unweigerlich das Faktum der unterschiedlichen und daher angeblich unvereinbaren Völker und der von diesen abgeleiteten Kulturen ins Treffen geführt. Für die xenophobe „Rechte“, die das „Ausländerproblem“ in einer lächerlichen Form in den Vordergrund schiebt – obwohl es sich dabei nur um eine zwangsläufige Konsequenz des kapitalistisch-imperialistischen Wirtschaftens handelt – ist es das Volk, das in einer pseudo-mystischen Weise alle Institutionen hervorbringt: Staat, Kultur, sogar Religion. Eine groteske materialistische Verkehrung! Aber es sei zugestanden: wenn es sich so verhalten würde, daß das Volk nicht der schöpferische Boden für die staatsgründende und religionsstiftende Tat wäre, sondern bereits selbst das Ganze wäre, das in einem unerklärlichen Akt der Jungfern-Selbst-Geburt Höheres aus sich hervorbringt, dann wäre die Idee Eurasiens von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Aber dem ist natürlich nicht so, es ist immer noch ein höheres Prinzip, das die staatliche Form und dessen sakralen Gehalt determiniert: die Idee. Dem Schmittschen Diktum „Der Begriff des Staates setzt den Begriff des Politischen voraus“ widerspricht dies nicht! Denn es gilt: „Die eigentlich politische Unterscheidung ist die von Freund und Feind“. Und gerade in der politischen Entgegensetzung zum amerikanischen Globalismus und seiner zionistischen Speerspitze soll Eurasien entstehen, nicht als Nationalstaat, sondern als Reich.

Dem zuerst zitierten Eingangszitat des „Begriffs des Politischen“ (Text von 1932) setzte Schmitt hinzu: „Staat ist nach dem heutigen Sprachgebrauch der politischen Status eines in territorialer Geschlossenheit organisierten Volkes.“ Dies ist allerdings überholt. „Staat“ entspricht weder nach dem heute üblichen, noch dem heute erforderlichen Sprachgebrauch dieser Definition. Gerade dieses obsolet Werden des Nationalstaates hat Carl Schmitt den großen und noch wichtigeren Teil seines Lebenswerks gewidmet: der Theorie des Großraums und dem Aufweis des Nomos der Erde. Theorieansätze, die von der geopolitisch orientierten eurasischen Bewegung aufgenommen wurden und im Modell Eurasien zur Reife gebracht wurden. Heute ist „Staat“ eine letztlich nicht real existierende Hülse zur Verschleierung und bisweilen Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen des Finanzkapitals. Der Staat, das Reich, das gegründet werden muß und wird, ist die überkonfessionelle und übernationale Einheit, der schicksalhaft in einem Großraum – dem Kontinent Eurasien – vereinten und unter einer Idee dem territorial maßlosen , „unbregrenzten“ Amerikanismus mit seinem zionistisch-puritanischen Auserwähltheitsanspruch entgegengesetzten Völkern, die zu einer Nation im höheren Sinn zusammenwachsen werden müssen, wenn sie souverän sein wollen und um sich überhaupt in ihrer Existenz erhalten zu können. Kreise, die demgegenüber gegen eurasische Religionen, Völker und Kulturen als „fremdvölkische“ oder „unvereinbare Kulturen“ Ressentiments schüren, ob unter „multikulturellem“ oder „rechtspopulistischen“ Mäntelchen, – wie dies heute primär gegen den Islam und die Türkei, aber auch gegen Rußland geschieht – sind objektiv die Verbündeten des amerikanisch-zionistischen Feindes und werden oftmals auch tatsächlich von diesen gespeist. Die eurasische Gründung erfolgt wie alle geschichtlich erfolgreichen Gründungen durch eine Elite und von einer Idee her, sie verwirklicht die noch ungedachten Wünsche der Völker, folgt aber nicht dem falschen Mythos der Nation als immerwährende Gegebenheit. Bis die Nation des Reiches Eurasiens in die Wirklichkeit tritt bleibt unser Vaterland die Idee.

Zu Erläuterung dieser Grundsätze zitieren wir Julius Evola aus „Menschen inmitten von Ruinen“ (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3891800312/kshatriya04) , die Hervorhebungen stammen von uns:

„Eine kurze geschichtliche Übersicht kann die rückschrittliche Bedeutung vom Mythos der Nation klarstellen. Der Beginn dieser Abweichung ist bei denjenigen europäischen Staaten zu sehen, die trotz Anerkennung des politischen Prinzips der reinen, übergeordneten Souveränität die Gestalt von ‘Nationalstaaten’ annahmen. Dies geschah im wesentlichen in einem antiaristokratischen (antifeudalen) und antihierarchischen Geist gegenüber der europäischen Einheit, da die höhere Autorität des Heiligen Römischen Reiches nicht mehr länger anerkannt wurde und sich die einzelnen politischen Gruppierungen, deren Oberhäupter die jeweiligen Fürsten waren, in anarchistischer Weise verabsolutierten. Da diese Fürsten keine Unterstützung mehr von oben hatten, suchten sie sie unten, und zwar in einer Zentralisierung, die ihnen später ihr eigenes Grab schaufeln sollte, mußte doch eben dadurch ein mehr oder weniger formloses und ungegliedertes Konglomerat immer mehr an Raum und Bedeutung gewinnen. So bereiteten sie die Strukturen vor, die dann in die Hände der ‘Nation’ als Drittem Stand und später der Nation als ‘Volk’ und ‘Masse’ übergehen sollte.“

„Diesen ‘patriotischen’ Ideologien ist im übrigen die völlige Verkehrung eigen, wonach sich ein rein natürlicher Umstand - wie ihn die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Volksstamm oder einer bestimmten geschichtlichen Gesellschaft eben darstellt - in etwas Mystisches verwandelt und zum höchsten Wert überhaupt wird, so daß der Einzelne nur als citoyen (Bürger) oder enfant de la patrie (Kind des Vaterlands) etwas gilt, deren Zusammenschluß dann jedes höhere Prinzip, beginnend mit der Souveränität, ableugnet, stürzt und es ihm – als dem ‘Willen der Nation’ unterordnet.“

„Die Heiligkeit und Unberührbarkeit der ‘Nation’ und des ‘Volkes’ sind nichts weiter als die Übertragung von Eigenschaften, die der Großen Mutter in den alten volkhaften Matriarchaten zugeschrieben wurden, in Gesellschaften also, in denen das männliche und politische Prinzip des Imperiums unbekannt war.“

„Wenn ‘Vaterland’ auch sicherlich ‘Land der Väter’ heißt, konnte diese Bedeutung nur zu einem sehr frühen Zeitpunkt zugetroffen haben, denn die uns bekannten geschichtlichen Vaterländer und Nationen haben sich fast immer in Ländern gebildet, die nicht die ursprünglichen waren und sich auf jeden Fall über viel größere Gebiete als die ursprünglichen erstreckten. Diese Gebietserweiterung entstand durch Eroberung, Angliederung und Bildungsprozesse und setzte die Kontinuität einer Macht, eines Souveränitäts- und Autoritätsprinzips sowie die Einheit einer Gruppe von Menschen voraus, die durch dieselbe Idee und Treue zusammenhielten, die dasselbe Ziel verfolgten und demselben inneren Gesetz gehorchten, einem Gesetz, das sich in einem genauen politischen und gesellschaftlichen Ideal widerspiegelte. Das ist das Entstehungsprinzip und die Grundlage einer jeder großen Nation. Der politische Kern verhält sich daher zur rein naturalistisch anzusehenden Nation wie die Seele als ‘Entelechie’ zum Körper: Er verleiht ihr Form, eint sie und läßt sie an einem höheren Leben teilnehmen. Deshalb kann man auch sagen, daß die Nation überall dort besteht und sich dorthin erstreckt, wo dieselbe „innere Form“ nachgebildet ist, also die Weihe und Prägung, die von der höheren politischen Kraft und von denen ausgeht, die deren Träger sind: ohne geographische, ja sogar ohne ethnische Grenzen im engen Sinne.

„Nur wenn die ideelle Spannung abnimmt, sich die Unterschiede vermischen und die um das übergeordnete Symbol der Souveränität und der Autorität gesammelte Gruppe von Menschen schwach und zerfällt, nur dann kann sich das, was bloß Endergebnis und äußerlich Geformtes ist – die ‘Nation’ - , verselbständigen und abspalten, bis es gleichsam den Anschein eigenen Lebens erweckt. So schiebt sich die ‘Nation’ als Volk, Kollektiv und Masse in den Vordergrund (…). Es ist gleichsam das Geschöpf, das dem Schöpfer über den Kopf wächst, wenn (…) keine Souveränität mehr anerkannt wird, die nicht Ausdruck und Widerspiegelung des ‘Willens zur Nation’ ist. Von der politischen Klasse, als Orden und ‘Männerbund’ verstanden, geht man zu den Demagogen und ‘Dienern des Volkes’ über, zu den demokratischen Politikern, die für sich in Anspruch nehmen, das Volk zu ‘vertreten’, aber mit ihren Schmeicheleien und ihrem Lavieren nur Machtpositionen einheimsen.“

„Auf der einen Seite steht eine Masse, bei der, abgesehen von wechselnden Gefühlen, immer mehr oder weniger dieselben elementaren Instinkte und dieselben an die physischen und hedonistischen Interessen wirken werden. Auf der anderen Seite stehen Menschen, die sich völlig von ersteren unterscheiden, da sieTräger einer ganzen Legitimität und Autorität sind, die sich aus der Idee und der strengen, überpersönlichen Treue zu ihr ergibt. Die Idee, und nur die Idee darf für sie das echte Vaterland sein. Nicht, daß sie von demselben Land kommen, dieselbe Sprache sprechen oder desselben Blutes sind, sondern, daß sie derselben Idee angehören, muß für sie dasjenige sein, was sie eint oder trennt. Das, was nur scheinbar oder vermischt kollektivistisch eins ist, auflösen, sauber trennen und dann den Kern einer männlichen Substanz als politische Elite schälen, so daß sich um ihn herum Neues kristallisieren kann, das ist die wahre Aufgabe sowie die Voraussetzung dafür, daß auch die ‘Nation’ wieder entsteht, wieder eine Form und ein Bewußtsein gewinnt. Wir nennen dies den Realismus der Idee: Realismus, weil Kraft und Klarheit für dieses Werk wichtig sind, und nicht ‘Idealismus’ und Sentimentalität.“

„Somit wird (…) deutlich, wie unzureichend der bloße Begriff der ‘Nation’ als Grundprinzip ist und wie not es tut, daß er politisch integriert wird, das heißt in Abhängigkeit von einer übergeordneten Idee zu stehen kommt, die der echte Vergleichsmaßstab sein muß, also das, was eint, und das, was trennt. Wesentliche Aufgabe ist es also, eine geeignete Lehre zu formulieren, sich dabei an streng durchdachte Prinzipien zu halten und von dieser Plattform aus etwas wie eben einen Orden aufzubauen.“ 
„Damit wird diese Elite zur Trägerin eines neuen Prinzips zeitloser Autorität und Souveränität, sie wird die Subversion und Demagogie, ganz gleich in welcher Erscheinungsform sie auch auftreten, anklagen sowie der abwärts gerichteten Bewegung der Führungsspitze und der aufwärts gerichteten der Basis Einhalt gebieten Aus ihr wird wie aus einem Samen das Leben eines politischen Organismus und einer integrierten Nation in derselben Würde hervorgehenkönnen, wie sie einst schon von der großen politischen Tradition Europas geschaffen wurde. Alles andere ist nichts weiter als Sumpf, Dilettantismus, Irrealismus, Unlauterkeit.“

Wir werden niemals behaupten, daß Evola bei dieser Idee an Eurasien gedacht hat, aber sehr wohl daß diese Idee heute nur mehr Eurasien sein kann: als die kontinentale Einheit aller lebendigen Traditionen, entspringend der einen primordialen Tradition, entgegengesetzt der weltweit Subversion als „Freiheit“ und „Demokratie“ verbreitenden Anti-Tradition, die amerikanische Thalassokratie und ihr zionistischer Stützpunkt, der Küstenstreifen im Herzen Arabiens und als atomare Abschußrampe der Küste Europas gegenüberstehend. Die Beseitigung dieses zionistischen Gebildes als politischer Einheit und die Eindämmung des amerikanischen Einflusses auf allen Ebenen – militärisch, wirtschaftlich, kulturell, religiös – ist der Überlebensimperativ Europas, der nur gemeinsam mit der islamischen Welt, Rußland und China verwirklicht werden kann. Was unter anderen Vorzeichen heute als „national“ auftritt ist Nostalgie, Sentimentalität, Populismus und aufgrund seines reaktionär-sabotierenden Charakters Hilfestellung für das US-“Imperium“ (Parodie und in Wirklichkeit Gegenteil eines Imperiums) – ob der (un)heiligen Einfalt entspringend oder vom Auftraggeber bezahlter Söldnerdienst in den Fußtruppen des „Uncle Sam“.

Martin A. Schwarz

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Russland führt Übungsflüge in USA und Kanada durch

Verfasst von Kris Roman am Mai 18, 2008

 

Eine russische Mission führt vom 18. bis 30. Mai im Rahmen des internationalen Vertrages über den Offenen Himmel (Open Skies) Beobachtungsflüge über Kanada und den USA mit einem Flugzeug Tu-154M durch.

Das sagte ein Mitarbeiter der Verwaltung für Information und Medienarbeit des russischen Verteidigungsministeriums am Samstag RIA Novosti.

„Russland nimmt in diesem Jahr seinen zweiten Beobachtungsflug in den USA und den ersten in Kanada mit einer Maschine des Typs Tu-154M LK-1 von den Stützpunkten Wright-Patterson (USA) und Trenton (Kanada) vor. Die Flugweite beträgt je 4900 und 5400 Kilometer“, äußerte er.

Die Flugrouten werden mit den beobachtenden Seiten abgestimmt und hängen von den Wetterbedingungen und der Gewährleistung der Sicherheit der Flüge ab.

Am Montag landet das bulgarische Beobachtungsflugzeug An-30B auf dem Flugplatz Kubinka (bei Moskau). 19 amerikanische und bulgarische Inspektoren werden für einen gemeinsamen Übungsflug über russisches und weißrussisches Territorium in Russland eintreffen.

 

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Schirinowski plädiert für parlamentarische Republik

Verfasst von Kris Roman am Mai 18, 2008

Russland muss sich in Richtung Parlamentsrepublik bewegen, erklärte Parteichef Schirinowski am Samstag auf dem Parteitag der Liberaldemokraten.

Am heutigen Samstag findet in Moskau der 21. Parteitag der Liberaldemokratischen Partei Russlands (LDPR) statt. Die Parteitagsdelegierten nehmen Korrekturen am Parteistatut vor und diskutieren über Änderungen an der Verfassung Russlands.

In seinem Diskussionsbeitrag sagte Wladimir Schirinowski: „Der Übergang von einer Präsidialrepublik zu einer parlamentarischen Republik könnte ein Schritt in eine Richtung sein, die unsere Gesellschaft menschlicher und sicherer macht.“ Ihm zufolge hängt das Schicksal des ganzen Landes bei einer Präsidialrepublik von einem einzigen Menschen ab, während „bei einer parlamentarischen (Republik) alles anders ist“.

Der Chef der Liberaldemokraten schlug Russland vor, sich in seinem innenpolitischen Leben nach den Erfahrungen nordeuropäischer, vorwiegend der skandinavischen Staaten als Vorbild zu richten – Norwegens, Schwedens, Finnlands und Dänemarks. Nach seinen Worten sind für Russland die Erfahrungen der südeuropäischen Länder nicht geeignet, weil „das ganze Südeuropa faschistische Regimes durchgemacht hat“.

Schirinowski sprach in seiner üblichen expressiven Manier und schnitt auch viele andere Themen an: Zarenregime, Bolschewiki, Fußball, Demographie und russische Entlehnungen aus anderen Sprachen.

Der nächste Parteitag der LDPR findet im Dezember 2009 statt, teilte Schirinowski mit.

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Strategische Partnerschaft Deutschland – Russland

Verfasst von Kris Roman am Mai 18, 2008

http://www.deutsch-russische-partnerschaft.de

Deutschland unterstützt die politische Einfügung Russlands in multilaterale Strukturen und arbeitet mit Russland in zahlreichen regionalen und globalen Fragen eng zusammen. Unser gemeinsames Interesse gilt der Förderung von Frieden und Stabilität, auf der Grundlage von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand, unterstützt von einer sozialen und ökologischen Marktwirtschaft.

Bilaterale Beziehungen auf dem Fundament gemeinsamer Interessen

Zwischen den Regierungen git es einen engen Dialog, der sich auch in der intensiven Zusammenarbeit zwischen den Ministerien widerspiegelt. Die Außenminister treffen sich regelmäßig sowohl im bilateralen Rahmen als auch auf internationaler Ebene. Eine feste Institution sind die jährlichen Regierungskonsultatioen, die abwechselnd in beiden Ländern stattfinden. Im vertraulichen Dialog wird auch die Behandlung „kritischer“ Themen und ungelöster Fragen offen und konstruktiv behandelt. Die Angebote Deutschlands und der EU beispielsweise, Russland bei der Schaffung von besseren sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen für eine politische Lösung des Tschetschenienkonflikts zu unterstützen, bleiben bestehen.

Gemeinsamer Wille zum Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist Russlands wichtigster Wirtschaftspartner, Russland unser bedeutendster Energielieferant. Der Ausbau der Wirtschaftskooperation (Handelsaustausch und Investitionen) liegt in den Händen der russischen und deutschen Unternehmen. Entscheidend für eine Vertiefung der Zusammenarbeit westlicher Investoren mit der russischen Wirtschaft ist vor allem die weitere Entwicklung in Russland selbst, insbesondere im Bereich Rechtssicherheit. In der deutsch-russischen Strategischen Arbeitsgruppe (SAG) werden Vorschläge für die Verbesserung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen (z.B. für das Bankensystem) verbessert sowie konkrete Projekte unterstützt.

Ebenso viel Gewicht ist den zivilgesellschaftlichen Beziehungen beizumessen. Eine wichtige Rolle übernimmt auch der „Petersburger Dialog“ der Zivilgesellschaften: ein regelmäßig tagendes, regierungsunabhängiges Forum für offenen Gedankenaustausch.

Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Russland und Deutschland ist vielfältig; z.B. bestehen über 90 aktive Städtepartnerschaften.

Förderung der Kulturzusammenarbeit

Die Kulturzusammenarbeit spiegelt eindrucksvoll die bewegte Geschichte zwischen den beiden Ländern wider: seit dem Mittelalter gib es einen Kulturaustausch. Gerade im wechselvollen 20. Jahrhundert haben sich zahlreiche Kulturschaffende aus Deutschland wie Russland für das jeweils andere Land interessiert und begeistert. Durch Kulturbegegnungen und Einsatz der Kulturmittlerorganisationen setzt sich die Bundesregierung dafür ein, dass dieses Erbe in Erinnerung bleibt. Auf dieser Grundlage sollen die Beziehungen weiter ausgebaut werden, nicht zuletzt durch einen Einblick auch in zeitgenössische Entwicklungen verschiedener Kulturbereiche.

Am 11.09.05 wurde in Moskau ein Deutsches Historisches Institut eröffnet.

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Steinmeier bietet Russland Modernisierungspakt an

Verfasst von Kris Roman am Mai 18, 2008

„Modernisierungspartnerschaft“ heißt das Schlagwort, mit dem Deutschlands Außenminister Frank Walter Steinmeier Russland den Hof macht. Russlands neuer Präsident Dmitri Medwedew zeigt sich angetan.
Fünf Tage lang war der deutsche Vize-Kanzler in RusslandJekaterinburgMoskau und St. Petersburg waren die Stationen seiner Reise. Den Anfang machte Steinmeier in Jekaterinburg, der Hauptstadt des industriellen Rückgrats von Russland, dem Ural-Gebiet. 

Veraltete Industrieanlagen als Symbol

Gerade hier wird die Forderung nach einer Modernisierung Russlands besonders offensichtlich. Denn neben der Öl- und Gasindustrie ist der Uralauch für seine Schwerindustrie bekannt. Im Zweiten Weltkrieg waren die T-34 Panzer aus Swerdlowsk einer der Gründe für den Sieg im Krieg.

Doch inzwischen sind viele der Anlagen in den Metallurgiebetrieben veraltet. Folge sind Ineffizienz und hoher Energieverbrauch. Neue Maschinen und Technologien made in Germany sind daher sehr gefragt. So wird der Generalgouverneur des Ural-Gebiets Pjotr Latyschew auch nicht müde, die guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland zu loben.
 
 

Forderung nach Rechtsstaatlichkeit

Doch Deutschland bietet nicht nur neue Maschinen, sondern auch neue Ideen – oder vielmehr Ideen, die in Russland nach wie vor ihrer Umsetzung bedürfen. Vor allem die Rechtstaatlichkeit in Russland müsse verbessert werden, fordert Steinmeier. „Ich habe mit Freude gelesen, dass Präsident Medwedew die Verbesserung des Rechtssystems und mehr Rechtsstaatlichkeit ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt hat“, sagte er in Jekaterinburg.

Später dürfte er dieses Lob auch im Kreml wiederholt haben. In Moskau wurde er am Mittwoch vom neuen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew empfangen. Den kennt Steinmeier seit langem. Unter Gerhard Schröder war Steinmeier Kanzleramtschef. Sein Pendant unter Wladimir Putin war der Chef der Präsidialverwaltung Medwedew.

Steinmeier und Medwedew alte Bekannte

An der deutsch-russischen Freundschaft unter Schröder haben beide kräftig mitgearbeitet. Nun will Steinmeier die alten Beziehungen wieder aufwärmen, nachdem sie von Kanzlerin Merkel fast kalt gestellt wurden.

Medwedew empfing seinen Duz-Freund jedenfalls herzlich. Anfang Juni will der Kremlchef nach Berlin reisen. Es ist die erste Auslandsreise Medwedews als Präsident – auch dies ein Anzeichen dafür, wie hoch die Beziehungen zu Deutschland in Moskau immer noch bewertet werden.

Medwedew nimmt Steinmeiers Angebote an

Das Angebot Steinmeiers, beim Aufbau einer funktionstüchtigen Verwaltung und eines modernen Gesundheitswesens mitzuhelfen, nahm Medwedew dankend an. Das Gesundheitswesen war eines der so genannten „nationalen Projekte“, die Medwedew noch als Vize-Premier betreute.

Neben den „glänzenden“ Wirtschaftsbeziehungen gebe es Bereiche, in denen die Zusammenarbeit noch verstärkt werden könne, stimmte Medwedew dem „Modernisierungspakt“ zu.
 

Für Steinmeier ist die Russland-Reise, die er heute am Freitag in St. Petersburg abschließen wird, damit schon vor ihrem Ende ein Erfolg. Vor allem konnte er als möglicher Kanzlerkandidat der SPD gegenüber Angela Merkel, die derzeit in Südamerika weilt, an Profil gewinnen. Denn Russland-Politik war in der Vergangenheit eigentlich stets „Chefsache“ in der deutschen Politik.

 

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