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Neues Leben für russische Atomraketen

Verfasst von Kris Roman am Dezember 23, 2008

 

rs-24-icbmIlja Kramnik, RIA Novosti

Die russischen strategischen Atomraketen vom Typ RS-20 sollen in den kommenden 10 bis 15 Jahren modernisiert werden.

Genauer gesagt geht es um Reparaturen und Modernisierung der alten Raketen mit darauf folgenden Teststarts. Falls diese erfolgreich verlaufen, wird die Lebensdauer der Raketen verlängert.

Die Raketen vom Typ RS-20B und RS-20V, auch bekannt als 15A18B und 15A-18M, sowie R-36M UTTH und R-36M2 müssen sich dieser Prozedur als erste unterziehen. Der Grund dafür ist ihre technische Perfektion, die ihnen eine viel längere Nutzungsdauer als geplant erlaubt, sowie ihre Kampfstärke.

Die Raketen tragen je 10 Gefechtsköpfe, jeder mit einer Stärke von 750 Kilotonnen, und werden ihrem Namen, sowohl dem russischen „Wojewoda“ („Heerführer“) als auch der NATO-Bezeichnung SS-18 Satan, gerecht.

Gegenwärtig verfügen die russischen strategischen Raketentruppen über 75 Raketen dieses Typs mit insgesamt 750 Gefechtsköpfen. Eine Verlängerung ihrer Nutzungsdauer auf 30 Jahre würde die Beibehaltung der Gruppierung dieser Raketen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts erlauben und die neueren R-36M2-Raketen könnten sogar bis Ende des nächsten Jahrzehnts im Dienst bleiben.

Theoretisch könnte dadurch die zugespitzte Situation mit der veralteten Bewaffnung entschärft und zusätzliche Zeit für den Aufbau einer Produktion von neuen ballistischen Interkontinentalraketen gewonnen werden, darunter auch von schweren, die später die „Wojewodas“ ersetzen könnten.

Das sagte der Oberbefehlshaber der russischen strategischen Raketentruppen, Nikolai Solowzow. Falls eine neue Rakete entwickelt wird, kann getrost gesagt werden, dass Russland alle Löcher in der Struktur dieser Truppen gestopft hat: Es wird über leichte ballistische Interkontinentalraketen mit ein bis drei Gefechtsköpfen (RS-12M2 Topol-M), die mittelschweren RS-24 Jars mit sechs Gefechtsköpfen und die schweren Nachfolger der Wojewodas verfügen.

Doch es gibt mehrere Probleme, die alle Pläne zunichte machen können. Erstens ist die Situation um die Wojewoda-Raketen kompliziert. Sie wurden im Juschmasch-Werk in Dnepropetrowsk in der Ukraine hergestellt. Das Werk stellt auch das nötige Zubehör für die Modernisierung und Verlängerung der Nutzungsdauer her.

Da die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine gegenwärtig getrübt sind, kann niemand beständige Lieferungen der entsprechenden Erzeugnisse und somit die Kampfbereitschaft der mit den Wojewodas ausgerüsteten Raketendivisionen in Uschur und Dombarowski garantieren.

Zweitens gibt es Probleme mit der Entwicklung eines neuen Trägers. Früher wurden die schweren Raketen für die strategischen Raketentruppen vom Juschmasch-Werk entwickelt. Doch welches russische Werk und Konstruktionsbüro kann es ersetzen? Es gibt recht wenige entsprechende Konstruktionsbüros.

Eine andere Frage sind ihre Produktionskapazitäten. Zur Herstellung der neuen Raketen müssen die Kapazitäten der bestehenden Werke grundlegend erweitert werden und dazu noch in einer relativ kurzen Zeit, denn die Wojewodas sind nicht ewig modernisierbar.

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